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Schulung zum Umgang mit Falschgeld an der Paul-Julius-von-Reuter-Schule

von Kerstin Krück und Reiner Engel

Die Kassiererin an der Supermarktkasse nimmt einen 50,00 € Schein entgegen und gibt dem Kunden 48,01 € zurück, denn der Artikel kostet 1,99 €. Erst bei der Kassenabrechnung bemerkt sie, dass der Fünfziger eine Fälschung ist – ein Albtraum! Wilfried Strube von der Bundesbank in Frankfurt klärt seit 2012 regelmäßig Berufsschulklassen über die Sicherheitsmerkmale von Geldscheinen auf. Kassenkräfte stark frequentierter Einzelhandelsgeschäfte sind eine beliebte Anlaufstelle für Kriminelle, um das produzierte Falschgeld in echtes Wechselgeld umzuwandeln. Dabei werden gerne geringe Beträge mit großen Scheinen bezahlt, erklärte Strube, der vom 02. bis 05. März 2020 an der Paul-Julius-von-Reuter-Schule zu Gast war, um die Auszubildenden im Einzelhandel vor diesen Betrügern zu warnen. Insgesamt acht Berufsschulklassen hatten in den Veranstaltungen die Gelegenheit zu erfahren, wie man echte von falschen Banknoten unterscheiden kann.


Derjenige, der eine Fälschung in betrügerischer Absicht in Umlauf bringt, macht sich strafbar. Sobald an der Kasse bei der Übergabe des Geldes eine falsche Note erkannt wird, ist unverzüglich die Polizei zu informieren. Der Moment der Geldübergabe ist entscheidend für den Kassierer, damit er nicht auf die Fälschung hereinfällt. Eine schnelle Überprüfung ist in wenigen Sekunden möglich und kann, vom Kunden unbemerkt, erfolgen, erklärte der Bundesbankmitarbeiter den Schülerinnen und Schülern. Dabei ist es entscheidend, dass der Kassierer die Sicherheitsmerkmale der Banknoten genau kennt. Schon beim ersten Kontakt mit dem Geldschein sollte man auf die Qualität des Papiers achten. Echte Banknoten werden aus Baumwolle hergestellt. Die erhaben gedruckten Strukturen am Rand eines jeden Geldscheins sind sofort fühlbar und daher ein wichtiges Sicherheitsmerkmal. Aber auch die Smaragdzahl kann zur Prüfung verwendet werden. Durch Kippen der Banknote verändert die blaugrüne Zahl ihre Färbung, ein Merkmal, dass Fälscher nicht gut nachbilden können. Auch die Prüfung des Wasserzeichens oder des Portraitfensters im Bereich des Hologramms erklärte Wilfried Strube mit praktischen Übungen.


Besonderes Highlight der sehr anschaulichen Veranstaltungen waren die „echten Fälschungen“ die Strube zur Ansicht mitgebracht hatte. Die Azubis konnten unterschiedliche Blüten in die Hand nehmen und mit echten Geldscheinen vergleichen. Erstaunlich, wie echt die falschen Fuffziger wirkten. Da kann in der Eile an der vollen Supermarktkasse schon mal etwas übersehen werden. Gut, dass die Azubis jetzt wissen, woran man Fälschungen eindeutig erkennen kann. So können diese gut geschulten Mitarbeiter aktiv mithelfen, den Betrügern in Zukunft das Handwerk zu legen.